Freitag, 20. November 2009

50 Dinge, die Frau so tut, wenn sie frei hat...



Es ist Freitag, die Sonne scheint vom blauen Himmel. Wir haben knapp 15°C...und November.

Da ich seit über einer Woche zu Hause bin mit Luuk, der seinen Scharlach auskuriert, habe ich gestern abend mal so Revue passieren lassen, wie so ein freier Tag denn überhaupt so aussieht...Mein Kollege, den ich Mittwoch anrief, um zu sagen, dass ich mit Luuk noch 2 Tage länger zu Hause bleiben müsse, meinte, das sei ja auch mal schön, wenn man sowas mal in Ruhe auskurieren könne...vorallem bei dem tollen Wetter...

Also habe ich mich gestern abend mal an meine Donnerstags-Liste gesetzt....und festgestellt, dass ich an einem Arbeitstag die Punkte 26-34 auslassen und durch "26. Ich fahre zur Arbeit und bleibe dort bis 12.15h" ersetzen kann :D

  1. 05.45h der Wecker klingelt
  2. 05.45h ich springe auf, schnappe mir meine bereits abends rausgelegten Klamotten (damit ich meinen      Mann nicht wecke, der erst um 06h aufsteht), eile ins Bad und dusche
  3. 05.55h ich gehe in die Küche, mache mir einen Kaffee und trinke diesen vor dem Rechner oder der Zeitung (die einzig herrlich einsame Zeit am Tag…)
  4. 06.20h Haar fönen, Zähneputzen, Schadenbegrenzung im Gesicht betreiben
  5. 06.30h Brote für die Kinder schmieren und Kakaos machen
  6. 06.40h In den 2. Stock latschen und Enie wecken - dabei angemotzt werden, es sei noch viel zu früh und ich solle gefälligst erst um 06.45h kommen…Standhaft bleiben
  7. Enies rausgelegte Sachen doch noch mal checken und feststellen, dass die sommerliche Capri-Hose und das Trägershirt ein wenig zu kühl sein könnten im November
  8. Eine Etage tiefer die Jungs wecken. Erst Luuk, der im Bett sitzen bleibt und langsam wach wird, dann Piet, der aufspringt und schreit…
  9. Mein Mann verlässt das Haus und geht zur Arbeit (er hat heute 2 Besprechungen…sicher wird sein Tag stressig…)
  10. 06.55h unter Diskussionen, wer welchen Pulli anzieht und Geschreie, weil Piet zuerst runter gebracht werden will und Luuk die Treppe morgens nur an meiner Hand meistert und Theater, weil Luuk das Licht in Piets Zimmer ausgemacht hat, obwohl der das doch machen wollte….bekomme ich die beiden Herren an den Frühstückstisch.
  11. 07.00h Ich brülle in die 2. Etage, Enie möge sich doch jetzt bitte ein wenig sputen und bekomme ein „Ja-haaaa“ zur Antwort.
  12. 07.05h Enie kommt auch an den Tisch und meckert erstmal darüber, dass der Toast nicht genügend gebräunt sei, sie morgen aber bitte wieder Salami wolle (als hätte ich die Leberwurst eigenmächtig auf ihr Toast geschmiert, statt wie gestern noch von ihr angeordnet) und sie sauer sei, dass sie die Capri-Hose nicht tragen dürfe…
  13. Piet schüttelt sich den halben Kakao über den Pulli - ich ziehe Piet um, ermahne Enie, ein wenig schneller zu machen und stecke die Jungs schon mal in ihre Schuhe
  14. 07.20h Enie hat endlich ein halbes Toast geschafft und schlufft unter meiner Ansage, ihre Schuhe suchen.
  15. Ich bringe die Jungs schon mal ins Auto, schnalle beide an, lasse mir vorwerfen, sie dürften nichts alleine machen und stelle die Innenraumbeleuchtung wieder auf den Ursprungsmodus.
  16. Ich stürme wieder ins Haus, um meine Tasche zu holen und nach Enie zu sehen, die sich Jacke und Schuhe anziehen sollte - Enie hat bereits einen Schuh an.
  17. Nach kurzer Diskussion und ein wenig Gemotze darüber, dass ich iiiiimmer nur drängeln würde, schlurft Kind 3 dann doch hinter mir her zum Auto. Auf halber Strecke fällt ihr auf, dass sie ihren Tornister vergessen hat und sie muss kurz noch mal ins Haus…
  18. 07.29h sind alle Kinder im Auto und ich fahre zum Kindergarten. Nicht ohne von der Rückbank kollektiv angemotzt zu werden, man wolle jetzt bitte „Thomas und seine Freunde“ auf CD hören. Ich ignoriere das und bin um 07.32h am Kindergarten.
  19. Dort angekommen, lasse ich Piet aus dem Auto und hole die 2 Sack Kartoffeln aus dem Kofferraum, die ich regelmäßig für den Kindergarten besorge, weil ich einen guten Kartoffelbauern persönlich kenne - an jeder Hand einen 12kg Sack schleppe ich mich hinter Piet her in den Kindergarten.
  20. Im Kindergarten schauen mich 2 Erzieherinnen und ein Vater entgeistert an und merken an, dass das ja ein ziemliches Geschleppe ist.
  21. Ich ermahne Piet, er möge sich bitte schon mal die Schuhe ausziehen und schleppe die Säcke in die Küche (ich ignoriere dabei, dass die eigentlich besser in den Keller sollten…) – natürlich hat Piet seine Jacke und die Schuhe noch an und ich soll im helfen…
  22. Mit Piet auf dem Arm gehe ich zum Fenster im Gruppenraum und verabschiede mich von ihm. Auf die obligatorische Frage „Holzu mich wieda ahab?“ antworte ich selbstverständlich mit „klar!“ -
  23. Ich gehe VOR das Fenster des Gruppenraumes und puste die Windräder, hauche an die kalte Scheibe und male eine Eisenbahn…dann endlich kann ich gehen und winke noch vom Auto aus.
  24. Weiter geht´s zur Schule - dort steigen Enie und ich aus, sie schließt sich gleich einem Klassenkameraden an und verschwindet kurz winkend Richtung Eingang.
  25. Ihr fahre auch gleich wieder ab und nicke kurz der Mutter einer Klassenkameradin zu, die mir bei der Einschulung sagte, dass es beinahe unverantwortlich sei, ein so junges Kind einzuschulen, die sei ja emotional gar nicht in der Lage das zu packen. Diese Mutter bringt ihre Tochter gerade bis in den Gruppenraum, um sich dort lang und breit und zum 100sten Male mit dem Kind über den Sinn der Schulzeit zu streiten…
  26. Es ist 07.45h. Ich mache mich auf den Weg zum Edeka-Einkaufszentrum, um für meine Eltern, die nachts aus dem Urlaub zurück kommen, ein paar Sachen für´s Frühstück einzukaufen.
  27. Um 08.10h verlasse ich den Supermarkt (der herrlich leer um diese Uhrzeit ist) und fahre mit den Lebensmittel zu meinen Eltern, um dort den Kater zu füttern, die Post kurz zu sortieren und die gekauften Sachen in den Kühlschrank zu packen.
  28. Auf dem Weg halte ich kurz beim Bäcker und bekomme für Luuk ein Brötchen.
  29. Ich lasse den Kater in den Garten, gieße die Blumen und stelle die Mülleimer raus (bei meinen Eltern) – dann fahren Luuk und ich wieder nach Hause.
  30. Ich räume die Spülmaschine aus und neu ein, sauge das Wohnzimmer und den Flur und putze den Küchenboden. Luuk möchte gerne in den Stall und hat sich seine dreckigen Stallschuhe schon mal angezogen…
  31. …ich putze ein zweites Mal den Küchenboden…
  32. Luuk hat mich überzeugt und wir fahren in den Stall.
  33. Ich hole Jasper von der Wiese, Luuk putzt ihn und darf dann reiten.
  34. Wir fahren wieder nach Hause, ich backe schnell noch einen Kuchen, als Willkommensgruß für die Urlauber (ist so Tradition)
  35. Es ist 12.35h, wir fahren zur Schule, um Enie abzuholen.
  36. 12.43h, Enie motzt mich an, es sei viel zu früh, ich dürfe erst um 12.45h kommen.
  37. 13.00h ich hole Piet vom Kindergarten ab, er trägt einen anderen Pulli als morgens. Auch dieser Pulli ist komplett mit Essensresten eingesaut.
  38. 13.10h ein riesen Tumult herrscht im Flur, wenn alle 3 sich die Schuhe und Jacken ausziehen sollen.
  39. Enie setzt sich an ihre Hausaufgaben, ich bringe die Jungs in ihre Betten.
  40. Während ich Luuk bettfertig mache, bringt mir Piet ein Brett und meint, das sei von seinem Bett „abbefallen“…ich kontrolliere das und stelle fest, dass das Brett ein Teil aus dem Lattenrost ist, welches starke Zerstörung aufweist, als Folge von übertriebener Hüpferei im Gitterbett..Ich bringe das Brett provisorisch wieder an und stecke auch Piet ins Bett.
  41. Ich schaue mir die Hausaufgaben an, die Enie in der Zeit schon gemacht hat und unterhalte mich über den Schultag.
  42. Enie verschwindet zum Lesen und CD-Hören in ihrem Zimmer und ich verziehe mich ins Büro, um dort aus den 20 Fotoalben meiner Eltern Bilder meiner Mutter rauszuscannen, weil Muttern im Januar 60 wird und diese Bilder für einen Videorückblick brauchen.
  43. 15.00h Piet ist wach und hüpft wieder, Enie berichtet mir von dem Buch, das sie gerade liest. Ich stelle noch schnell die 2. Waschmaschine für diesen Tag an und…
  44. …hole Piet und Luuk aus ihren Betten. Dann rufe meinen Mann an, ob er es rechtzeitig schafft, nach Hause zu kommen, dass ich mit Enie noch im Hellen in den Stall kann, weil sie reiten möchte. Er kommt tatsächlich um…
  45. …16.20h und schnappt sich die Jungs, während ich mit Enie im Stall verschwinde. Sie reitet bis kurz nach 17h und wir räumen noch gemeinsam auf.
  46. Um 18h isst die ganze Familie zusammen zu Abend, wir schauen Beutolomäus und den Sandmann.
  47. 19.30h ist Bettzeit. Enie liest noch, die Jungs schlafen schnell ein.
  48. 19.45h fahre ich noch mal zu meinen Eltern, um den Kuchen weg zu bringen und die Mülleimer raus zu stellen. Außerdem verstaue ich die Fotoalben unauffällig wieder im Schrank.
  49. 20.00h ich bin wieder zu Hause. Unsere „Vermögens“-Beraterin ist da und hat Unterlagen für eine Unfallsversicherung ausgearbeitet.
  50. 21.20h Feierabend...Ich lege mir schon mal die Klamotten für morgen raus… und schreibe meine Tages-Memoiren :)
Ein ganz normaler Tag im Hause des Wahnsinns :)


Frühlingshafte Novembergrüße

Nicky

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