Sonntag, 29. November 2009

Advent, Advent....






...der Hals der brennt...

Jedenfalls Luuks Hals...von Innen...feuerrot...

Denn er er hat wieder - tatatataaaa- Scharlach!!!

Letzten Sonntag hat er nachmittags seine letzte Ration Antibiotika bekommen, nach insgesamt 8 vollen Tagen.
Gestern schon hatte er verdächtigerweise immer mal wieder den Finger im Mund und ein wenig Temperatur (38.4°)...und heute morgen war´s dann auch schon wieder soweit. Herrlichster Ausschlag am ganzen Oberkörper, das ganze Gesicht rot (bis auf die typischen Stellen) und eine lustige weiße Zunge.
Also wieder auf zum Kinderarzt, dabei gleich auch mit in den Hals sehen dürfen...auf ein Neues...

Naja, wenigstens habe ich schon ein wenig dekoriert und auch meine "Jahreszeiten-Bank" im Vorgarten von Herbst auf Advent umgestaltet:


Einen fröhlichen ersten Advent wünsche ich!

Freitag, 27. November 2009

In der Weihnachtsbäckerei...


...braucht Mama gute Nerven und die lieben Kleinen haben ´ne Menge Spaß.

Nachdem der Kindergarten den Jungs solche Dinge beibringt wie Fingerfarbenmalen, Batik-T-Shirts gestalten, Scherenschnitte schnibbeln etc., etc. ... hab ich keine Chance mehr, so zu tun, als gäbe es all diese kreativen Dinge im Leben eines 3-jährigen Zwillingslebens (noch) nicht. Neee, jetzt muss ich selbstverständlich solche Dinge bitte auch bieten!
Und als ich Mittwoch meine kleinen Sonnenscheine aus dem Kindergarten ins Auto geschleift habe, fielen im wilden Protest solche Sätze wie "Ich will weiter backen, Mamaaaaa!" und "ich will nich nach Hause, ich will Plässchen backen!"...na Danke...
Und da im Auto dann gleich das obligatorische Genöle "ich will die Eisenbahn-CD hören" angestimmt wurde und damit diese gruselig, grausige Thomas-CD gemeint ist, die mein Mann sich gerne mit den Kindern im Auto anhört (und dafür ständig meine Editors-CD wieder aus dem Laufwerk verbannt...grrrr), konnte ich die aufgebrachte Meute nur mit einem "Ruhe jetzt! Wenn ihr jetzt nicht aufhört, backen wir morgen KEINE Plätzchen!" zur Besinnung bringen...

Gut, bin ich als gestern nach der Arbeit gleich schnell im freundlichen Discounter an der Ecke vorbei geschneit, habe ein paar fehlende Zutaten besorgt (und die In-Touch, aber das tut ja grad nix zur Sache...) und hab die quengelnde Bande aus Schule und Kindergarten abgeholt. Zu Hause konnte ich die Jungs tatsächlich gleich nochmal erpressen, in dem ich ihnen erzählt habe, man könne nur backen, wenn man vorher ein Stündchen geschlafen hätte (ich weiß, ich bin pädagogisch echt nicht tragbar...) und habe nach diesem Stündchen zum fröhlichen Backen aufgerufen...

Gewünscht waren Marmeladen-Plätzchen und Spritzgebäck...

 
In den Backpausen ("Mama, sind die jetz fertich?") gab es lustige Rangeleien mit den Backhandschuhen...

...und am Ende wurden die Kekse natürlich backblechheiß in sich hinein gestopft (und wenn ich noch so oft betont habe, dass sie noch warten sollen, weil die Plätzchen vielleicht noch ein klitzekleines bisschen abkühlen sollten...).

Wunderbar beschäftigen kann man die lieben Kleinen auch, wenn man sie bittet, die Schokoladeneier, die im November 2009 ablaufen, auszupacken, damit man die Schoko einschmelzen und zu Guss verarbeiten kann...
 
Und wenn man dann am Ende noch die Spieluhr mit aufbauen darf...
 



 Dann ist der Tag gerettet...



Hohohooo...frohe Adventszeit !!

Freitag, 20. November 2009

Das neue Paint-Horse meiner Freundin....

...hat echtes Cutting-Blut in seiner Abstammung...

Kaum waren wir mit dem Hof-Hund auf der Wiese, schon legte Lola los....


50 Dinge, die Frau so tut, wenn sie frei hat...



Es ist Freitag, die Sonne scheint vom blauen Himmel. Wir haben knapp 15°C...und November.

Da ich seit über einer Woche zu Hause bin mit Luuk, der seinen Scharlach auskuriert, habe ich gestern abend mal so Revue passieren lassen, wie so ein freier Tag denn überhaupt so aussieht...Mein Kollege, den ich Mittwoch anrief, um zu sagen, dass ich mit Luuk noch 2 Tage länger zu Hause bleiben müsse, meinte, das sei ja auch mal schön, wenn man sowas mal in Ruhe auskurieren könne...vorallem bei dem tollen Wetter...

Also habe ich mich gestern abend mal an meine Donnerstags-Liste gesetzt....und festgestellt, dass ich an einem Arbeitstag die Punkte 26-34 auslassen und durch "26. Ich fahre zur Arbeit und bleibe dort bis 12.15h" ersetzen kann :D

  1. 05.45h der Wecker klingelt
  2. 05.45h ich springe auf, schnappe mir meine bereits abends rausgelegten Klamotten (damit ich meinen      Mann nicht wecke, der erst um 06h aufsteht), eile ins Bad und dusche
  3. 05.55h ich gehe in die Küche, mache mir einen Kaffee und trinke diesen vor dem Rechner oder der Zeitung (die einzig herrlich einsame Zeit am Tag…)
  4. 06.20h Haar fönen, Zähneputzen, Schadenbegrenzung im Gesicht betreiben
  5. 06.30h Brote für die Kinder schmieren und Kakaos machen
  6. 06.40h In den 2. Stock latschen und Enie wecken - dabei angemotzt werden, es sei noch viel zu früh und ich solle gefälligst erst um 06.45h kommen…Standhaft bleiben
  7. Enies rausgelegte Sachen doch noch mal checken und feststellen, dass die sommerliche Capri-Hose und das Trägershirt ein wenig zu kühl sein könnten im November
  8. Eine Etage tiefer die Jungs wecken. Erst Luuk, der im Bett sitzen bleibt und langsam wach wird, dann Piet, der aufspringt und schreit…
  9. Mein Mann verlässt das Haus und geht zur Arbeit (er hat heute 2 Besprechungen…sicher wird sein Tag stressig…)
  10. 06.55h unter Diskussionen, wer welchen Pulli anzieht und Geschreie, weil Piet zuerst runter gebracht werden will und Luuk die Treppe morgens nur an meiner Hand meistert und Theater, weil Luuk das Licht in Piets Zimmer ausgemacht hat, obwohl der das doch machen wollte….bekomme ich die beiden Herren an den Frühstückstisch.
  11. 07.00h Ich brülle in die 2. Etage, Enie möge sich doch jetzt bitte ein wenig sputen und bekomme ein „Ja-haaaa“ zur Antwort.
  12. 07.05h Enie kommt auch an den Tisch und meckert erstmal darüber, dass der Toast nicht genügend gebräunt sei, sie morgen aber bitte wieder Salami wolle (als hätte ich die Leberwurst eigenmächtig auf ihr Toast geschmiert, statt wie gestern noch von ihr angeordnet) und sie sauer sei, dass sie die Capri-Hose nicht tragen dürfe…
  13. Piet schüttelt sich den halben Kakao über den Pulli - ich ziehe Piet um, ermahne Enie, ein wenig schneller zu machen und stecke die Jungs schon mal in ihre Schuhe
  14. 07.20h Enie hat endlich ein halbes Toast geschafft und schlufft unter meiner Ansage, ihre Schuhe suchen.
  15. Ich bringe die Jungs schon mal ins Auto, schnalle beide an, lasse mir vorwerfen, sie dürften nichts alleine machen und stelle die Innenraumbeleuchtung wieder auf den Ursprungsmodus.
  16. Ich stürme wieder ins Haus, um meine Tasche zu holen und nach Enie zu sehen, die sich Jacke und Schuhe anziehen sollte - Enie hat bereits einen Schuh an.
  17. Nach kurzer Diskussion und ein wenig Gemotze darüber, dass ich iiiiimmer nur drängeln würde, schlurft Kind 3 dann doch hinter mir her zum Auto. Auf halber Strecke fällt ihr auf, dass sie ihren Tornister vergessen hat und sie muss kurz noch mal ins Haus…
  18. 07.29h sind alle Kinder im Auto und ich fahre zum Kindergarten. Nicht ohne von der Rückbank kollektiv angemotzt zu werden, man wolle jetzt bitte „Thomas und seine Freunde“ auf CD hören. Ich ignoriere das und bin um 07.32h am Kindergarten.
  19. Dort angekommen, lasse ich Piet aus dem Auto und hole die 2 Sack Kartoffeln aus dem Kofferraum, die ich regelmäßig für den Kindergarten besorge, weil ich einen guten Kartoffelbauern persönlich kenne - an jeder Hand einen 12kg Sack schleppe ich mich hinter Piet her in den Kindergarten.
  20. Im Kindergarten schauen mich 2 Erzieherinnen und ein Vater entgeistert an und merken an, dass das ja ein ziemliches Geschleppe ist.
  21. Ich ermahne Piet, er möge sich bitte schon mal die Schuhe ausziehen und schleppe die Säcke in die Küche (ich ignoriere dabei, dass die eigentlich besser in den Keller sollten…) – natürlich hat Piet seine Jacke und die Schuhe noch an und ich soll im helfen…
  22. Mit Piet auf dem Arm gehe ich zum Fenster im Gruppenraum und verabschiede mich von ihm. Auf die obligatorische Frage „Holzu mich wieda ahab?“ antworte ich selbstverständlich mit „klar!“ -
  23. Ich gehe VOR das Fenster des Gruppenraumes und puste die Windräder, hauche an die kalte Scheibe und male eine Eisenbahn…dann endlich kann ich gehen und winke noch vom Auto aus.
  24. Weiter geht´s zur Schule - dort steigen Enie und ich aus, sie schließt sich gleich einem Klassenkameraden an und verschwindet kurz winkend Richtung Eingang.
  25. Ihr fahre auch gleich wieder ab und nicke kurz der Mutter einer Klassenkameradin zu, die mir bei der Einschulung sagte, dass es beinahe unverantwortlich sei, ein so junges Kind einzuschulen, die sei ja emotional gar nicht in der Lage das zu packen. Diese Mutter bringt ihre Tochter gerade bis in den Gruppenraum, um sich dort lang und breit und zum 100sten Male mit dem Kind über den Sinn der Schulzeit zu streiten…
  26. Es ist 07.45h. Ich mache mich auf den Weg zum Edeka-Einkaufszentrum, um für meine Eltern, die nachts aus dem Urlaub zurück kommen, ein paar Sachen für´s Frühstück einzukaufen.
  27. Um 08.10h verlasse ich den Supermarkt (der herrlich leer um diese Uhrzeit ist) und fahre mit den Lebensmittel zu meinen Eltern, um dort den Kater zu füttern, die Post kurz zu sortieren und die gekauften Sachen in den Kühlschrank zu packen.
  28. Auf dem Weg halte ich kurz beim Bäcker und bekomme für Luuk ein Brötchen.
  29. Ich lasse den Kater in den Garten, gieße die Blumen und stelle die Mülleimer raus (bei meinen Eltern) – dann fahren Luuk und ich wieder nach Hause.
  30. Ich räume die Spülmaschine aus und neu ein, sauge das Wohnzimmer und den Flur und putze den Küchenboden. Luuk möchte gerne in den Stall und hat sich seine dreckigen Stallschuhe schon mal angezogen…
  31. …ich putze ein zweites Mal den Küchenboden…
  32. Luuk hat mich überzeugt und wir fahren in den Stall.
  33. Ich hole Jasper von der Wiese, Luuk putzt ihn und darf dann reiten.
  34. Wir fahren wieder nach Hause, ich backe schnell noch einen Kuchen, als Willkommensgruß für die Urlauber (ist so Tradition)
  35. Es ist 12.35h, wir fahren zur Schule, um Enie abzuholen.
  36. 12.43h, Enie motzt mich an, es sei viel zu früh, ich dürfe erst um 12.45h kommen.
  37. 13.00h ich hole Piet vom Kindergarten ab, er trägt einen anderen Pulli als morgens. Auch dieser Pulli ist komplett mit Essensresten eingesaut.
  38. 13.10h ein riesen Tumult herrscht im Flur, wenn alle 3 sich die Schuhe und Jacken ausziehen sollen.
  39. Enie setzt sich an ihre Hausaufgaben, ich bringe die Jungs in ihre Betten.
  40. Während ich Luuk bettfertig mache, bringt mir Piet ein Brett und meint, das sei von seinem Bett „abbefallen“…ich kontrolliere das und stelle fest, dass das Brett ein Teil aus dem Lattenrost ist, welches starke Zerstörung aufweist, als Folge von übertriebener Hüpferei im Gitterbett..Ich bringe das Brett provisorisch wieder an und stecke auch Piet ins Bett.
  41. Ich schaue mir die Hausaufgaben an, die Enie in der Zeit schon gemacht hat und unterhalte mich über den Schultag.
  42. Enie verschwindet zum Lesen und CD-Hören in ihrem Zimmer und ich verziehe mich ins Büro, um dort aus den 20 Fotoalben meiner Eltern Bilder meiner Mutter rauszuscannen, weil Muttern im Januar 60 wird und diese Bilder für einen Videorückblick brauchen.
  43. 15.00h Piet ist wach und hüpft wieder, Enie berichtet mir von dem Buch, das sie gerade liest. Ich stelle noch schnell die 2. Waschmaschine für diesen Tag an und…
  44. …hole Piet und Luuk aus ihren Betten. Dann rufe meinen Mann an, ob er es rechtzeitig schafft, nach Hause zu kommen, dass ich mit Enie noch im Hellen in den Stall kann, weil sie reiten möchte. Er kommt tatsächlich um…
  45. …16.20h und schnappt sich die Jungs, während ich mit Enie im Stall verschwinde. Sie reitet bis kurz nach 17h und wir räumen noch gemeinsam auf.
  46. Um 18h isst die ganze Familie zusammen zu Abend, wir schauen Beutolomäus und den Sandmann.
  47. 19.30h ist Bettzeit. Enie liest noch, die Jungs schlafen schnell ein.
  48. 19.45h fahre ich noch mal zu meinen Eltern, um den Kuchen weg zu bringen und die Mülleimer raus zu stellen. Außerdem verstaue ich die Fotoalben unauffällig wieder im Schrank.
  49. 20.00h ich bin wieder zu Hause. Unsere „Vermögens“-Beraterin ist da und hat Unterlagen für eine Unfallsversicherung ausgearbeitet.
  50. 21.20h Feierabend...Ich lege mir schon mal die Klamotten für morgen raus… und schreibe meine Tages-Memoiren :)
Ein ganz normaler Tag im Hause des Wahnsinns :)


Frühlingshafte Novembergrüße

Nicky

Mittwoch, 18. November 2009

Endlich sind sie alt genug...


Was uns noch vor ein paar Monaten undenkbar erschienen wäre, ist tatsächlich möglich geworden: Wir können mit den Jungs "Gesellschaftsspiele" spielen! So richtig mit Reihenfolge einhalten, Würfeln...und Schummeln...

Auch wenn der Tag hier sehr sonnig und trocken war, so kommt um diese Jahreszeit die Dämmerung verdammt früh...und dann ist noch sooo viel Tag über!

Also ein paar Spiele ausgepackt und los geht´s:

Dieses Spiel ist "total retro", kennt das außer mir noch jemand? (ich hatte das früher auch - und ich bin echt schon so alt, dass meine ehemalige leichte Kurzsichtigkeit sich in Luft aufgelöst hat und ich wieder 100%ige Sehkraft habe...nein, nicht wegen eines Wunders...nein, weil meine Augen sich schonmal auf eine Alterskurzsichtigkeit einstellen und ich mich sozusagen gerade nur in der guten Phase befinde!!! So hat mir das jedenfalls der freundliche und mind. 24Jahre alte Optiker erklärt...So, biddeschön...)


"Bunte Ballone"

Die beiden kleinen Herren hatten es gaanz schnell raus, den Würfel unauffällig so fallen zu lassen, dass die für sie passende Farbe auch oben lag...

Dieses Spiel ist ähnlich einfach in der Aufmachung, nur dass es hier auch noch um´s Tasten geht:
 

 Wer verliert, schmollt...

Dann hat die unmögliche Mutter Moneywhisk auch noch Eismann-Schwarz-Weiß-Gebäck-Stangen aufgetaut und den Kindern zum Keks-Schneiden gegeben...

....und nach Sandwiches zum Abendbrot, gab´s warme Kekse zu "Beutolomäus" :)

Und nu ist ein langer, langer Tag im Hause Moneywhisk auch schon wieder rum...und ich freu mich auf meinen Fernsehabend auf dem Sofa!!

Kuscheliges Nächtle...

Ich habe es getan: so ganz ohne VHS-Kurs und Cordulas Hilfe habe ich mich doch tatsächlich an ein Nachthemd für Enie getraut! Schnittmuster aus dem neuen Ottobre http://www.ottobredesign.com gepaust und mit herrlich weichem Nickystoff losgelegt...

Selbst die Bündchen sind mir gelungen *stolzbin*

Das Pferd hab ich von meinem letzten Besuch beim Stoffmarkt im September, Enie wollte es jetzt gerne auf dem Nachhemd haben:

 
Und weil´s so gut angekommen ist beim Töchterlein, wird es jetzt auch schon gleich "eingeschlafen"!

Samstag, 14. November 2009

Von Familien-Ponies, Schweinegrippe-Hysterie und echten Scharlach-Kindern...

...ein Samstag bei den Moneywhisks...

Eigentlich begann der Tag ganz unspektakulär. Der noch am Donnerstag mit 41°C Fieber kranke Luuk war fieberfrei und bestens gelaunt, also dachten wir, wir nutzen den regenfreien und 15°C-lauen Novembertag, um unser Familien-Pony Jasper mal auf einen kleinen Spaziergang mit in den Wald zu nehmen. Da seit Neuestem selbst die Jungs ihren Spaß am Reiten gefunden haben, durfte abwechselnd geritten werden. Und unser Jasper ist echt ein Goldstück!

Hier sehen wir Cowboy Lucky Luuk...



Ranger Pete Piety



und Cowgirl Enie McMoney


auf ihrem Ritt durch die Berge.

Ein gelungener Ausflug mit glücklichen Kindern :-)

Zu Hause war Cowboy Luuk aber dann doch wieder recht schlapp, und sein Mittagsschlaf zog sich länger hin als erwartet. Verdächtig! Kaum aus dem Bett geholt konnte ich den Grund seiner Schlappheit dann auch deutlichst erkennen: rote Pocken auf dem Oberkörper, rote schorfige Stellen hinter den Ohren, eine weiß belegte Zunge...na schönen Danka auch...Scharlach...

Gut, gleich mal die Telefonnummer der Notfall-Zentrale rausgesucht, um nach einem Kinderarzt zu fragen, der heute Dienst hat...

"Unsere Leitungen sind zur Zeit alle belegt. Bitte bleiben Sie dran, Sie werden mit dem nächsten freien Platz verbunden"...5 Minuten...7 Minuten...12 Minuten......geschlagene 18 Minuten hing ich dann in dieser Leitung. Meine Wut auf alle Schweinegrippen-ich-hab-Schnupfen-also-hab-ich-die-Schweinegrippe-Hysteriker war gegen Minute 15 schon auf ihrem Höhepunkt, als dann eine freundliche, aber vollkommen ausgelaugte Stimme mich in Minute 18 endlich fragte, was sie für mich tun könne. Mein "ach herrjeh, Sie sind aber verdammt schlecht zu erreichen" wurde seufzend mit einem "ja, den ganzen Tag haben wir mind. 40-50 Leute gleichzeitig in der Warteschleife hängen" beantwortet.
"Darf ich denn auch nach einem Arzt fragen, wenn ich KEINEN Verdacht auf Schweinegrippe habe?"
"Oh ja biiiittee...irgendwas anderes. Was haben Sie denn?"
"Eine Kind mit Scharlach!"
"Oh mann, das ist heute der erste Anrufer mit Scharlach. Ich hab ansonsten nur Leute in der Leitung die sagen, dass ihr Kind hustet und ob sie jetzt alle die Schweinegrippe hätten...es ist zum irre werden..."

Die diensthabende Ärztin war ähnlich schlecht zu erreichen. Meine Antwort auf "was hat das Kind denn?" brachte wahrscheinlich zum ersten Mal an diesem Nachmittag die Praxishelferin aus ihrem Trott. Ich wurde dann für eine Stunde später bestellt.
Mit dem mittlerweile stark schuppig aussehenden Luuk auf dem Arm betrat ich dann die überfüllte Praxis...
"Was hat das Kind denn?"..."Scharlach"...."Oh ja, man sieht´s...äh ja...dann setzen Sie sich bitte ins Wartezimmer. Dauert aber bestimmt noch ne Stunde...."..."Äh bitte wie? Ich soll mich jetzt mit einem Scharlach-Kind in das Wartezimmer da setzen? Da ist ja noch nicht einmal mehr ein Platz frei. Ich denk, das ist hoch ansteckend?"..."Ja, leider können wir nicht anders. Hier sind 160 Erkältungsfälle heute gewesen...vielleicht können Sie noch ne Runde um den Block gehen?"...Ich muss nicht erwähnen, dass wir knapp 18h hatten und es in unseren Breitengraden um die Uhrzeit schon dunkel ist.
Gut, ich mir Luuk geschnappt, mit ihm zu BurgerKing gegangen und dort (recht isoliert sitzend) ne Limo getrunken. Als ich ne halbe Stunde später die Praxis dann wieder betrat war tatsächlich irgend eine Anweisung ans Empfangspersonal gegangen, jedenfalls durfte ich dann doch nicht mehr ins Wartezimmer und wurde gleich durchgewunken ins Behandlungszimmer. Ausgezogen und im hellen Praxislicht sah Luuk nun mittlerweile auch wirklich aus wie diese Bilder in den Medizinbüchern, in denen man als Eltern nachschlagen kann, welche nette Krankheit sich der Sprößling denn wohl zugezogen hat.
Der freundlichen Ärztin konnte ich die Diagnose auch gleich abnehmen...eindeutiger konnte es gar nicht sein.
Heißt: Antibiotika für Luuk für 7 Tage, nach 24 Stunden nicht mehr ansteckend, Kindergarten-Pause bis Mittwoch und "Krankenschein" für Mama, wegen der Betreuung...und damit ich nicht morgen den nächsten Fall hier habe, gab´s für die Geschwister auch gleich vorsorglich Antibiotika. Man, war ich dankbar!

Während ich in diesem Behandlungszimmer saß, konnte ich sowohl die neuen Patienten sehen, als auch die Anrufe mithören (zumindest die Antworten). Die Neu-Patienten hatten durch die Bank weg "leichtes Fieber" und ab und an auch "leichte Kopfschmerzen" oder "Husten"...die panischen Eltern wollten gleich in Quarantäne gehen. Gleiches bei den Anrufen...
Sind denn eigentlich alle verrückt geworden???? Jetzt rennt jeder mit 38,2° den Ärzten die Bude ein, weil es ja die Schweinegrippe sein könnte, blockiert die Wartezimmer mit Kindern, die gestern einmal geniest haben oder jemanden kennen, der einen kennt, dessen Schwager einen Nachbarn hat, bei dem der Verdacht auf Schweinegrippe besteht...In Enies Klasse, sind von 22 Kindern gerade mal noch 10 am Freitag da gewesen...

Oh jee, was nimmt das noch für Ausmaße an...

Nun gut, mein Wort zum Sonntag, bis die Tage :-)

Sonntag, 8. November 2009

Zum letzten Mal in diesem Jahr...

...fand am Freitag unser mittlerweile heiß-geliebter VHS-Nähkurs bei unserer Cordula statt....
Da haben sich doch tatsächlich Fremde für den Folgekurs angemeldet und blockieren "unsere" Plätze. Frechheit! Naja, wir sind dafür dann ab Anfang Februar wieder geschlossen dabei. Ich freu mich jetzt schon!

Mein letztes "Werk" am Freitag war zum einen eine Auftragsarbeit, bei der ich einen ellenlangen Reißverschluss in eine Wachs-Reit-Weste eingenäht habe...eine ätzende Arbeit, aber die Besitzerin der Weste ist gleichzeitig die Besitzerin des Stalls, in dem sowohl unser Pony Jasper wohnt , als auch bis letzte Woche mein Ex-Pferd Whisky stand (den ich aus diversen Gründen - allen voran, dass meine Zeit nicht mehr mit seinem Bewegungsdrang zusammen passte - an eine ganz liebe Reiterin aus Hagen verkauft habe...)...Whiskys Box möchte ich aber gerne "behalten", um mir spätestens nächsten Sommer ein "Westernpferd" zu kaufen. Dafür muss ich aber noch schwer sparen und hoffe eben, dass bis dahin niemand anderes "meine" Box haben will...da nehme ich auch mal einen Reißverschluss-Auftrag an...

VOR diesem Bestechungs-Reißverschluss aber habe ich noch schnell (wenn man 1,5h/2h als schnell bezeichnen mag) dieses Tunika-Kleidchen für Enie geschneidert:



 

Aus Walkstoff, den ich auf dem letzten Stoffmarkt im September erstanden habe. Der Schnitt ist im Grunde der Selbe, den ich für Enies Halloween-Kleid genommen habe, nur eben gekürzt und ohne Ärmel.
Schnell noch aus Stoffresten ein Blümchen aufgenäht, die Ränder mit einem Rollschneider bearbeitet und fertig!

 

Sehr simpel, sieht aber nach "mehr" aus :-)

So, jetzt werde ich mir in der VHS-freien Zeit mal ein paar simple Schnitte suchen, um nicht einzurosten....
Vielleicht finde ich ja auf der Mode-Heim-und-Handwerk (Messe), die ich gleich besuche, ein paar nette Ideen und Stoffe....